Dienstag, 22. Juni 2021

How to be an Antiracist

  Allgemein:

Titel: How to be an Antiracist
Autor: Ibram X. Kendi
Verlag: btb
Seitenanzahl: 416
Preis: 22,00€

Klappentext

Die gute Nachricht ist, dass wir uns in jedem Moment dafür entscheiden können, antirassistisch zu handeln. Denn »rassistisch« und »antirassistisch« sind keine festgeschriebenen Identitäten, und wir können unsere Haltung jederzeit ändern. In seinem »New York Times«-Nummer-1-Bestseller behauptet Ibram X. Kendi, Historiker, Professor an der Boston University, Schwarz, auch von sich selbst, früher Rassist gewesen zu sein. In seinem so brillanten wie mitreißenden Buch zeigt er anhand der eigenen Geschichte, dass Neutralität im Kampf gegen Rassismus keine Option ist: Wir sind in unserer Ignoranz so lange Teil des Problems, bis wir Teil der Lösung werden und aktiv antirassistisch handeln. Kendi entwirft ein grundlegend neues Verständnis von Rassismus - was er ist, wo er sich verbirgt, wie er zu identifizieren ist und was wir dagegen tun können. Denn wir sind entweder rassistisch oder antirassistisch, dazwischen gibt es nichts. Es reicht deshalb nicht, kein Rassist zu sein, wir müssen alle Antirassisten werden.

Meine Meinung

In den letzten Jahren ist das Thema Rassismus immer mehr in den gesellschaftlichen Fokus gerückt. Das ist unglaublich wichtig, da so immer mehr Menschen verstehen, was struktureller Rassismus bedeutet und was man dagegen tun kann. In den Sozialen Medien gibt es viele, die wahnsinnig wichtige und gute Aufklärungsarbeit leisten. Ich muss sagen, dass ich in den letzten Monat wirklich viel über das Thema gehört und gelesen habe und mein Wissen und Verständnis immer weiter wächst. Ich arbeite weiterhin an mir selbst, erwische mich in einigen Punkten vielleicht selbst und weiß, dass man sich noch lange nicht bzw. vielleicht auch nie zurücklehnen kann. 

Das Buch hat mich also direkt vom Titel her angesprochen, denn wie kann man denn nun wirklich Rassismus entgegenwirken? Es reicht ja nun mal nicht, in der Theorie viel zu wissen, dieses Wissen aber nicht in die Welt und das eigene Umfeld zu tragen. 

Das Buch gliedert sich in 18 Kapitel, in denen jeweils ein anderes Thema näher behandelt wird. Die Themen stehen jeweils für Bereiche, in denen Menschen diskriminiert werden.
So spricht der Autor beispielsweise über Biologie, Körper, Color, Gender und noch einige weitere Bereiche.

 Am Anfang jedes Kapitels werden erstmal einige Begrifflichkeiten definiert, was das weitere Lesen erleichtert und gleichzeitig Missverständnisse vorbeugt. 
Das Buch ist meiner Meinung nach nicht nur ein Sachbuch, denn der Autor erzählt auch viel Persönliches aus seinem bisherigen Leben. So kommen einige autobiografische Aspekte dazu, die ich bei dem Thema Rassismus auch sehr schätze. Sobald jemand von seinen eigenen Erfahrungen erzählt, ist es eben nicht mehr nur Theorie, sondern wird greifbar.

Ich habe durch dieses Buch sehr viel gelernt und einiges wurde einfach nochmal gefestigt. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen, wenn du dich mit dem Thema weiter auseinandersetzen möchtest und manchmal einfach nicht weißt, wie man denn nun im Leben aktiv gegen Rassismus vorgehen möchte.

Mittwoch, 12. Mai 2021

Career Suicide

 Allgemeines


Titel: Career Suicide
Autor: Bill Kaulitz
Seitenanzahl: 384
Preis: 22,00€
Verlag: Ullstein

Klappentext

Als Gesicht der Band Tokio Hotel wurde Bill Kaulitz für sein exzentrisches Auftreten geliebt, belächelt, bewundert und gehasst wie kein Zweiter. Fans verehrten seinen androgynen Style, die Presse reagierte mit Ratlosigkeit und Spekulationen über seine sexuelle Identität. Als der Rummel um die eigene Person gefährliche Ausmaße annahm, floh Bill mit seinem Zwillingsbruder Tom nach Los Angeles.

Von dort blickt er auf die ersten dreißig Jahre seines Lebens zurück. Aufgewachsen in der Nähe von Magdeburg, war Bill Anfeindungen und Unverständnis gewohnt, ließ sich aber nie beirren und verfolgte konsequent seine künstlerischen Visionen und seinen Traum eines Lebens abseits von provinzieller Enge. Zum ersten Mal erzählt er hier offen von seiner Kindheit im Nirgendwo, von Tokio Hotels überwältigendem Erfolg, aber auch von Eskapaden, Einsamkeit und der besonderen Beziehung zu seinem Bruder Tom.

Meine Meinung 

Ich hatte nicht vor das Buch zu lesen. Ich habe es paar mal gesehen, habe mir aber nie groß Gedanken darüber gemacht.
Als ich dann aber von verschiedenen Seiten begeisterte Stimmen darüber gehört habe, musste ich mir das Buch doch nochmal genauer anschauen.

Ich war damals kein Tokio Hotel Fan, ich war zu jung und habe nicht viel von der Band mitbekommen. Später bin ich irgendwann auf die Lieder gestoßen und hatte immer mal wieder so eine Phase, in der ich ein paar der Lieder gehört habe. Trotzdem war nun mein Interesse an Bill Kaulitz geweckt. Wer steckt hinter diesem Namen? Wie kam es zu dem plötzlichen Erfolg von Tokio Hotel? Ich wollte hinter die Kulissen schauen. 

Bill Kaulitz nimmt die Leser:innen mit auf eine Reise durch sein Leben. Seine ersten 30 Jahre stecken in diesen fast 400 Seiten. Er hat sich in dieser Zeit oft anhören müssen, dass seine Entscheidungen, sein Verhalten oder sein Auftreten seine Karriere zerstören würde. Aber wie er nun mal ist, hat ihn das nicht interessiert. 

In der ersten Hälfte des Buches erfahren wir vieles über die ersten 15 Jahre seines Lebens. Er erzählt, wie er in einem kleinen Dorf in der Nähe von Magdeburg aufgewachsen ist, er gibt Einblicke in seine Schulzeit, die eher durchwachsen war und wie erfahren, wie der Traum entstand, Musik zu machen. 

In der 2. Hälfte ist es dann soweit: Tokio Hotel ist gegründet und geht auf Tour. Bill nimmt kein Blatt vor den Mund und schreibt schonungslos von seinen Gefühlen und wie das sein Leben hauptsächlich ablief. Für Fans ist das vielleicht nicht immer leicht, da es das Bild von einer Band, die seine Fans liebt, etwas ins Wanken bringt, aber ich glaube man weiß, dass ein Leben im Rampenlicht nicht leicht ist. 

Der Schreibstil hat mich komplett eingenommen. Ich hatte das Gefühl nochmal bei allem live dabei zu sein, was vor 15 Jahren passierte. Es war spannend, unterhaltsam, krass und manchmal echt traurig. Wenn ich mir vorstelle, was von 14-jährigen alles verlangt wurde, kann ich manchmal nur fassungslos den Kopf schütteln. Bill hat einen sehr vulgären Schreibstil und manche Sätze hätte man womöglich anders schreiben können, aber es ist eben Bill. Daher war es schon wieder irgendwie passend. 

Mir ist auch aufgefallen, dass Bill nicht wirklich gut auf Ostdeutschland zu sprechen ist. In seinen Augen war fast alles schlecht, außer seine Familie. Ich kann verstehen, dass man sich da selbst nicht wiederfindet, wenn man bessere Erfahrungen gemacht hat. Aber ich habe versucht es einfach aus seinen Augen zu sehen. Es ist seine Sicht auf die Dinge. 

Ich kann das Buch wirklich empfehlen. Sowohl für Fans, aber auch jedem, der einfach Interesse an Bill Kaulitz oder dem Showbiz hat. Ich habe wirklich jede Seite genossen!

Kim Jiyoung, geboren 1982

 Allgemeines

Titel: Kim Jiyoung, geboren 1982
Autor: Nam-Joo Cho
Seitenanzahl: 208
Preis: 18,00€
Verlag: KiWi

Klappentext
In einer kleinen Wohnung am Rande der Metropole Seoul lebt Kim Jiyoung. Die Mittdreißigerin hat erst kürzlich ihren Job aufgegeben, um sich um ihr Baby zu kümmern – wie es von koreanischen Frauen erwartet wird. Doch schon bald zeigt sie seltsame Symptome: Jiyoungs Persönlichkeit scheint sich aufzuspalten, denn die schlüpft in die Rollen ihr bekannter Frauen. Als die Psychose sich verschlimmert, schickt sie ihr unglücklicher Ehemann zu einem Psychiater. Nüchtern erzählt eben dieser Psychiater Jiyoungs Leben nach, ein Leben bestimmt von Frustration und Unterwerfung. Ihr Verhalten wird stets von den männlichen Figuren um sie herum überwacht – von Grundschullehrern, die strenge Uniformen für Mädchen durchsetzen; von Arbeitskollegen, die eine versteckte Kamera in der Damentoilette installieren und die Fotos ins Internet stellen. In den Augen ihres Vaters ist es Jiyoung’s Schuld, dass Männer sie spät in der Nacht belästigen; in den Augen ihres Mannes ist es Jiyoung’s Pflicht, ihre Karriere aufzugeben, um sich um ihn und ihr Kind zu kümmern.


Meine Meinung

Nachdem ich von dem Buch wirklich viel Positives gehört habe und mich auch der Klappentext angesprochen hat, wanderte es direkt auf meine Wunschliste. Im April haben wir dieses Buch dann in unserem Buchclub ausgewählt, was mich sehr gefreut hat. 

Das Buch ist mit knapp 200 Seiten nicht allzu umfangreich, man liest es sehr schnell, was aber nicht nur an der Anzahl der Seiten liegt. Der Schreibstil ist sehr flüssig, leicht zu verstehen und anschaulich. Ich bin schnell in das Buch reingekommen und wollte mehr über das Leben von Jiyoung erfahren. Unterteilt in Lebensabschnitte, verbunden mit Jahreszahlen, schreibt der Erzähler und gleichzeitig Psychologe von Jiyoungs Kindheit, Schulzeit und Arbeitswelt. 

Als Leser:in hat man die Chance, Jiyoung bei jedem Schritt in ihrer Entwicklung zu begleiten. Man wird Zeuge all der Ungerechtigkeiten, die dem Mädchen immer wieder widerfahren. Bereits im Kindesalter wird ihr bewusst, dass ihr Bruder immer wieder bevorzugt wird, auch später in der Schule scheinen die Mädchen generell schlechter wegzukommen.

Es gab einige Situationen, die mich beim Lesen sehr frustriert und wütend gemacht haben. Mädchen oder junge Frauen, die sich in einer schlechteren Position befinden, werden immer wieder unterdrückt, belästigt oder klein gehalten. Ich glaube, dass sich viele Frauen auf der ganzen Welt mit Jiyoung identifizieren können und viele der erwähnten Situationen selbst erfahren haben. Das Buch zeigt, dass viele Frauen und auch Männer Opfer des gesamten Systems werden und gezwungenermaßen mitspielen müssen. Jiyoung sieht oft keinen anderen Ausweg, als auf eine Art und Weise zu handeln, wie sie es eigentlich nicht möchte. 

Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, Frauen und Männern. Frauen finden sich in dem Text häufig wieder und können eindeutig Parallelen in das eigene Leben ziehen. Es ist so wichtig, dass man merkt, dass viele Situationen eben nicht normal sind oder dass man sie halt so annehmen muss, nur weil es viele Jahre so gehandhabt wurde. Es ist wichtig, dass wir für uns und andere einstehen, um etwas nachhaltig verändern zu können. 
Aber auch Männer werden aus diesem Buch etwas mitnehmen, denn einem werden Situationen bewusst, über die man sich nie groß Gedanken gemacht hat. 

Ein Buch, das zum Nach- und Weiterdenken anregt und Probleme aufzeigt, die leider noch immer hochaktuell sind. 

Sonntag, 9. Mai 2021

Deeply



Allgemeines
Titel: Deeply
Autor: Ava Reed
Seitenanzahl: 416
Preis: 12,90€
Verlag: LYX

Klappentext

Schon viel zu lange hat Zoey sich wegen eines schrecklichen Erlebnisses in ihrer Vergangenheit versteckt. Jetzt will sie ihr Leben endlich wieder in die Hand nehmen und einen Neuanfang wagen. Für ihr Psychologiestudium zieht sie nach Seattle in die WG ihres Bruders. Einer ihrer neuen Mitbewohner ist Dylan - freundlich, aber verschlossen und mit einem Geheimnis, das nur wenige Menschen kennen. Doch Zoey zieht ihn magisch an, und so kommen sich die beiden langsam näher. Dabei müssen sie erfahren, wie schwer es ist, für sich selbst einzustehen und die eigene schmerzhafte Vergangenheit mit jemand anderem zu teilen ...

Meine Meinung 

Lange habe ich auf den 3. Teil der Reihe hingefiebert und als der Postbote es dann endlich vorbeibrachte, habe ich am gleichen Tag direkt 2/3 des Buches gelesen. 
Ich glaube, das zeigt schon deutlich, wie gut es mir gefallen hat. 

Wir begleiten Zoey, wie sie in ihr Uni-Leben startet. Ein Neuanfang in Seattle, ein Studiengang, der sie interessiert und viele neue Bekanntschaften warten auf sie. Und auf die WG freut sie sich ganz besonders, denn sie zieht zu ihrem Bruder, der sich die Wohnung unter anderem mit Dylan teilt. Zoey läuft ihm immer wieder über den Weg und auch wenn er etwas verschlossen ist, kommen sich die beiden mit der Zeit näher. 

Deeply ist tatsächlich mein persönlicher Lieblingsteil der Reihe. Das liegt zum einen an Zoey und Dylan, die mir beide so sympathisch waren. Sie sind sehr unterschiedliche und trotzdem ähneln sie sich auf eine Weise. Sie sprechen Dinge an, auch wenn es ihnen schwerfällt. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber beide wissen, dass es hilft, mit anderen darüber zu sprechen. Und das tun sie auch, sobald sie sich bereit fühlen.

Dass Deeply mein Favorit ist, liegt zum anderen daran, dass die gesamte Clique die meiste Zeit dabei war. Die WG wird zum Mittelpunkt und Cooper, June, Mase und Andie verbringen viel Zeit gemeinsam. Das hat das ganze Buch nochmal so viel schöner gemacht :)

Außerdem finde ich es unglaublich, wie die Autorin wichtige Themen mit einbezieht und diese sehr sensibel behandelt. Man merkt, dass sie sich eingelesen hat und nicht einfach ein "wichtiges Thema" reinbringen wollte. Mir hat das Buch soo gut gefallen und ich kann es wirklich jedem weiterempfehlen. Und es ist echt schade, dass die Reihe jetzt zu Ende ist :(