Samstag, 5. Dezember 2020

Breakaway

 Allgemeines


Titel: Breakaway
Autor: Anabelle Stehl
Seitenanzahl: 464
Preis: 12,90€
Verlag: LYX


Klappentext

Für Lia bricht eine Welt zusammen, als ihr eine einzige Nacht zum Verhängnis wird. Nicht nur folgen ihr seitdem die Blicke und das Getuschel ihrer Kommilitonen überall auf dem Campus - selbst ihre Freundinnen wenden sich von ihr ab. Als sie es nicht länger erträgt, packt Lia kurzerhand ihre wichtigsten Sachen und setzt sich in einen Bus nach Berlin. Sie hofft, in dem anonymen Trubel der Hauptstadt einen klaren Kopf zu bekommen und wieder zu sich selbst zu finden. Doch dann trifft sie auf Noah, der ihre Welt von einem Moment auf den anderen ein weiteres Mal auf den Kopf stellt ...


Meine Meinung

Was soll ich sagen? Schon seit Wochen freue ich mich auf das Debüt von Anabelle Stehl. Auf Instagram habe ich die Entstehung des Buches mitverfolgt und war demnach so gespannt auf ihr Debüt. Ich wollte es lieben und war mir auch sicher, dass mich eine wahnsinnig tolle Geschichte erwarten würde - aber leider wurde ich eher enttäuscht. 

Mir hat wirklich gut gefallen, dass die Geschichte in Berlin spielt. So hatte man das Gefühl, die Orte, an denen die Protagonisten Zeit verbringen, zu kennen. Aber so leid es mir tut, war das auch schon fast das einzige, was mir positiv aufgefallen ist. 

Ich fange mal mit den Charakteren an. Ich habe das Gefühl, Lia gar nicht richtig kennengelernt zu haben, obwohl ja die Hälfte des Buches aus ihrer Sicht erzählt wird. Ich hätte mir mehr Stärke, mehr Rückgrat von ihr gewünscht. Und damit will ich nicht sagen, dass alle weiblichen Charaktere immer stark sein müssen, aber in diesem Buch hat es mir wirklich gefehlt. Außerdem scheint Lia normalerweise nicht schüchtern zu sein. 

Noah wurde mir irgendwie auch nicht sympathisch. Er handelt zu oft impulsiv und bereut wenige Sekunden später bereits sein Handeln. Dann ist der Schaden natürlich schon angerichtet und das unnötige Drama nimmt seinen Lauf. 

Ein weiterer Punkt, der mir nicht einleuchtete, war die Beziehung der beiden. Mir fehlten hier diese Schlüsselszenen, in denen man merkt, dass es zwischen den beiden knistert, bzw. dass Vertrauen aufgebaut wird. Echte Gespräche, Offenheit, all das habe ich wirklich vermisst. Stattdessen entwickelt es einfach so mit der Zeit. Für mich war die Beziehung leider nicht nachvollziehbar und die Chemie zwischen Charakteren, die ich in Liebesromanen gerne finde, habe ich hier vergeblich gesucht...

Das Thema, das in dem Buch eine Rolle spielt, ist wirklich aktuell und man hätte mit Sicherheit viel daraus machen können. Ich finde aber, dass es leider nur so am Rande angesprochen wurde und nie richtig in den Mittelpunkt rutschte. Lia flüchtet vor ihrer Situation und bis zum Ende wird es nicht zufriedenstellend gelöst.

Ich weiß auch nicht, ich hatte einfach viele höhere Erwartungen und habe nicht mit einer doch so vorhersehbaren Geschichte gerechnet :/ New Adult ohne Klischees gibt es wahrscheinlich nicht und muss auch nicht sein, aber so viele Klischees auf einmal und auch viele Sätze, die man in genau diesem Wortlaut schon oft gelesen hat, haben mich schon gestört und mein Lesevergnügen sehr eingeschränkt :( 
Wirklich schade, aber ich werde die Reihe wohl nicht weiterlesen...

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